Fotografien im Atelier und Ausstellung in Holzhausen
Ikonen
Die Ikone ist ein Fenster in die Ewigkeit, idealisiertes Portrait,
deren primärer Zweck die konkrete Verbindung ist, das Gebet zu den Heiligen,
von denen wir glauben, dass sie existieren.
(Virgil Georgiј)

Der Bildträger imitiert auf eine Art und Weise die Wand, als etwas das lange währen, solide und haltbar sein soll. Schliesslich wird mit der Ikone etwas dargestellt, dass ewiglich ist. Ikonen werden schon seit langer Zeit vergoldet, denn Gold symbolisiert Licht und damit das Glänzen der ewigen ungeschaffenen göttlichen Energie. Auf den orthodoxen Ikonen hat Licht eine wichtige Bedeutung. Das Licht, in welchem das Gesicht und der Körper der Heiligen auf den Ikonen erscheinen, ist nicht weltlich, sondern “göttlich“. Es verhält sich nicht natürlich, wirft keinen Schatten und kommt aus keiner bestimmten Richtung. Der 1979 in Bosnien und Herzegowina geborene Künstler Jadranko Barišić hatte seinen ersten Kontakt mit Ikonen und Fresken während er zwei Jahre die Grundschule am Ohridsee, in der heutigen Republik Mazedonien, besuchte. Um den See herum gibt es mehrere bedeutende Unesco-geschützte Kirchen und Klöster, die zu den schönsten Beispielen byzantinischer Kunst zählen. Bereits vor Christi Geburt, als die Menschen an viele Götter glaubten, wurde, durch die Materialisierung verschiedener Idole in Form von Götterbildern, versucht eine Beziehung zu den Göttern zu verwirklichen. Auch in der christlichen Kunst werden Bilder geschaffen. Die Gläubigen verehren jedoch nicht das von Göttern beseelte Objekt, sondern ehren den Archetypen dessen, der abgebildet ist. Mit Technologie und Geschichte der Ikonen und Fresken hat er sich zur Zeit seines Malereistudiums in Belgrad, Serbien, bekannt gemacht. Dort hat er sich mit dem Vorbereiten der hölzernen oder verputzten Untergründe, dem Verarbeiten von Pigmenten, dem Vergolden sowie den verschiedenen Schulen, Stilen und Kanonen (Richtschnur, wie man die Bilder zu malen hat) vertraut gemacht. Im Rahmen seines Studiums bereiste er außerdem die wichtigsten Klöster und Kirchenanlagen in Südserbien.